Tiere im Zirkus

 

Seit den 90er Jahren wird die Zirkuswelt mit der Kritik von Tierschützern konfrontiert. Tierrechtler werfen den Zirkusbetreibern vor, Tiere, insbesondere exotische Tiere, nicht artgerecht zu halten. Dies sei auch im Rahmen des Zirkusbetriebs gar nicht möglich. Für viele Tiere stellen die vielen Reisen in kleinen Anhängern, die meist 2-3 Auftritte pro Tag und die hohe Geräuschkulisse enormen Stress dar. Ebenfalls unbestritten ist, dass gerade kleine Zirkusse oft nichteinmal mehr das Geld für das Futter der Tiere auftreiben können. Im Zirkus, der ja ständig unterwegs ist, ist es in vielerlei Hinsicht wesentlich schwerer und teurer für ein wenig Auslauf zu sorgen und eine halbwegs artgerechte Tierhaltung sicherzustellen. In vielen "Kunststückchen" müssen Tiere unnatürliches Verhalten zeigen z.B. durch Feuerreifen springen, obwohl z.B. Tiger panische Angst vor Feuer haben oder auf den Hinterbeinen laufen usw. Unbestritten ist, dass es heute auch Methoden ohne Gewaltanwendung gibt, um Tieren Tricks beizubringen. Die auf körperlicher Gewalt, Futterentzug usw. basierenden Methoden sind jedoch immer noch verbreitet. In Deutschland sollen Kontrollen der Veterinärämter am Gastspielort die Einhaltung des Tierschutzes im Zirkus sicherstellen. Die Rechtsgrundlagen sind aber meist nur unverbindliche Empfehlungen. Hinzu kommt, dass die Stadt, die dann letztlich eingreift, auf den Kosten des Einsatzes sitzen bleibt und so immer wieder der Schwarze Peter weiter geschoben wird. Bekannt geworden ist der Skandal um die Elefanten vom Cirkus Giovanni Althoff. Es gibt heute auch immer mehr Zirkusse, in denen auf die Verwendung von Tieren ganz verzichtet wird.

(Wikipedia - Version 29. Juli 2008, 13.30 Uhr)